Followern folgen, blocken oder ignorieren?

Follower sind so eine Sache. Man freut sich über jeden Einzelnen, oder? Folgt man dann auch jedem Follower, weil “es sich so gehört”? Oder blockt man Follower, die man nicht kennt, weil man davon ausgeht, dass diese Leute auch nicht wirklich Interesse haben an dem, was man sagt, oder weil man einfach meint, dass es sie nicht zu interessieren hat? Oder ignoriert man Follower einfach und sammelt sie einfach, es wird schon für irgendetwas nützlich sein?

Follower sind nun mal das Wesentliche bei Twitter, ohne Follower macht Twitter nicht nur wenig Sinn, sondern auch wenig Spass, weil das Feedback ausbleibt. Man ist natürlich selber recht oft Follower, denn man folgt seinem Freundeskreis und noch einigen Leuten mehr, je nach Interessenlage. Je privater man twittert, desto mehr sollte man natürlich darauf achten, dass nur die Leute folgen, die man kennt oder denen man Twittereien anvertrauen mag. Hier empfiehlt es sich natürlich, Twitter im Protected Modus zu nutzen, damit jeder neuer Follower sich quasi um eine Freigabe der Inhalte bemühen kann. Eine andere Strategie ist es, offen zu twittern, aber Follower, die man nicht kennt, einfach zu blocken, mit dem interessanten Nebeneffekt, dass diese geblockten User bei Interesse immer noch die Updates bei Twitter.com nachlesen können.

Blocken sollte man Leute, die massivst anderen Followen, aber selber kaum Follower haben. Hier kann man durchaus merkwürdige Absichten unterstellen, also beispielsweise die Hoffnung auf einen automatischen Follower, denn man “will ja nicht so sein” und folgt dem anderen auch. Danach bekommt man dann Spam, was man nicht wirklich braucht. Hier bietet sich Twerpscan an, um auch im Nachhinein derartige User zu blocken. Sowieso empfiehlt es sich, bevor man jemandem folgt, den man eigentlich nicht kennt, erst einmal seine Twitterseite zu lesen und dann ggf. auch sein Blog. Werden dort nur wild Links reingepastet, kann man schon fast davon ausgehen, dass es nur um Spam gehen wird.

Das Ignorieren von Followern hat allerdings keinen Stil, denn Twitter stellt ein social Tool da und man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass auf der anderen Seite in aller Regel auch ein Mensch sitzt und daher hat es durchaus etwas mit Anstand zu tun, einen Follower auch so zu behandeln. Man blockt ihn, oder man followed ihm auch, oder stellt man sich und seine eigene Wichtigkeit so hoch, dass man davon ausgeht, dass andere Leute das eigene Getwittere interessiert, man selber aber nicht an den Tweets der anderen interessiert ist? Das finde ich schwierig, weil dann Twitter zu einem reinen Broadcast verkümmert. Einige Leute kann man immer ignorieren, wie im richtigen Leben auch, aber man sollte es nicht übertreiben, das führt zu keinem guten Karma.

Man sollte es wie im richtigen Leben halten, schliesslich sind die meisten Twitternutzer auch nur Menschen.

Viewing 6 Comments

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    naja, einen deutschen begriff gibt es noch nicht, aber verfolgung hat in der tat eher nicht so die guten assoziationen...
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    Ich folge in aller Regel jedem Twitterer, der mich hinzufügt. Ausnahmen, sind offensichtliche Spammer und Leute mit einer ungesunden Ratio von 15.000 Verfolgten zu 20 Verfolgern, welche ich aber nicht explizit blocke.

    Was ich wesentlich weniger gern als offensichtliche Spammer sehe sind twitter-Nutzer, die gezielt die Leute followen, die ihnen auf jeden Fall zurückfollowen um sie dann kurz darauf wieder zu entfollowen um ihre Ratio im grünen Bereich zu halten.

    BTW: Hat man sich bereits auf einen deutschen Begriff für Follower einigen können? Bei Verfolger/Verfolgtem wie oben benutzt entstehen in mir andere Assoziationen.
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    Follow mit verfolgen zu übersetzen ist aber auch eher unüblich, oder? Für mich ist verfolgen = pursue und follow = folgen. Insofern kein Problem. Folgen klingt im Deutschen immer noch etwas holprig, aber im Prinzip trifft es den Nagel auf den Kopf. Gerade weil es eben eine einseitige Sache ist.
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    Ich sehe es überhaupt nicht als unhöflich an, Leuten nicht zu folgen und auch ihre Tweets nicht anzuschauen. Ich mache ein Angebot, indem ich meinen Feed offenhalte. Dieses Angebot kann man nutzen, indem man mir followed, oder man lässt es halt, aber warum mir eine (auch der Höflichkeit halber) Verpflichtung daraus erwächst, die Tweets dieser Menschen anzuschauen, entgeht mir.
    Sie können @replies mache um mit mir zu kommunizieren und wenn mich der reply reizt, dann gucke ich mir vielleicht auch mal anderen Twitteraccount an. Mehr muss nicht sein, denke ich.
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    okay, ich stelle gerade fest, dass ich ca. 100 Leuten auch nicht folge, aber das ist eben wie im richtigen leben, manchmal gibt es eben doch einbahnstrassen-kommunikation, das kommt in den besten familien vor. :)
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    Natürlich ist das eine schwierige Frage. Ich gucke mir jeden neuen Follower an: was schreibt er, worauf hat er auf seinem Profil verlinkt. Interessiert mich das, folge ich ihm auch. Interessiert mich das nicht, lasse ich es (zunächst) bleiben, also "ignoriere" ihn. Handelt es sich offensichtlich um einen Spammer, dann blocke ich. Dieses Vorgehen erscheint mir praktikabel, wenn man einen "offenen Kanal" betreibt. Natürlich wäre es schön, jedem zu folgen, der mir auch folgt, aber ich habe mir auferlegt: Ich folge nur Leuten, deren Geschreibe mich irgendwie interssiert und denen ich auch folgte, wenn sie mir nicht folgten. Dies gestehe ich auch allen anderen Twitterern zu. Ich veröffentliche doch auch ein Blog, das jeder lesen kann, ohne die Verpflichtung zu haben, den RSS-Feed meiner Leser ebenfalls zu abonnieren (obwohl ich das oft tue).

    Ab einer gewissen Anzahl von "Freunden" kann man eben nicht mehr jedem folgen, so sozial das auch wäre. Verfolgt man zu viele Twitterer, so besteht die Gefahr, dass das wirklich Wichtige im Rauschen komplett verloren geht.

    Andere Möglichkeit: Eigene Tweets protecten und explizit auswählen, wer einen lesen darf und wer nicht.
 

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