Twitter und die Bewertungvorstellungen
Henry Blodget stellt eine gute Frage und nennt ein paar interessante Zahlen - Twitter Raising Money: How Much Is It Worth?:
Last summer, Twitter raised about $5 million at a $20 million valuation. This time, we hear its looking for about $15 million at about a $60 million valuation. We hear the company is talking to the “usual suspects” — we assume this means existing investors like Union Square Ventures and Charles River Ventures, as well as players like Spark Capital — and hopes to have a deal done soon.

Angeblich reden einige Leute schon von einer Bewertung von $150 mio. Also mehr als $1 mio pro Zeichen, das man bei Twitter nutzen kann. Aber selbst eine Bewertung von $60 mio ist eine stolze Zahl für eine Firma, die zwar immenses Wachstum vorweisen kann, aber bislang noch keine Erlösquellen erschlossen hat, wenn man jetzt mal von der just gestarteten japanischen Twitter-Site ausgeht, die zaghaft oben rechts Werbung einblendet. Ein großer Teil des Trafficvolumens kommt indes gar nicht über twitter.com, sondern nutzt die API. Nun kann man zwar versuchen, die API zu monetarisieren, aber dies würde zu Lasten der Entwickler gehen, die Applikationen für diese API bauen. Weniger Applikationen würde sicherlich auch weniger User bedeuten, oder wenigstens weniger Wachstum. Zumal in der API und den entstehenden Applikationen eben auch die Hoffnunf liegt, aus der eher geekigen Plattform noch eine Mainstream-Anwendung zu machen.
Geht man davon aus, dass Twitter quasi eine neue Messaging-Infrastruktur schafft, die zwischen IM und IRC anzusiedeln ist und gerade dadurch ihre Daseinsberechtigung hat, dann entsteht etwas sehr spannendes, weil dann eben neben der jetzt schon üblichen Kommunikation immer mehr Anwendungen mittels dieser Struktur genutzt werden können. Aber was ist so etwas Wert, ausgedrückt in Zahlen?
Es wird sicherlich noch mindestens ein Jahr dauern, bis Twitter wirklich über die Implementierung von Erlösmodellen nachdenken kann, bis dahin geht es einzig und allein um das Wachstum und das Erreichen einer wirklichen kritischen Masse Abseits der Geek- und Blogosphäre. Da sind $15 mio nicht viel Geld, zumal die Backend-Probleme der vergangenen Monate nicht wieder auftreten sollten und daher verstärkt investiert werden muss. Potentielle Käufer gibt es genug, sobald Twitter wirklich so eine Art Nervenzentrum des Netzes darstellt.

Add New Comment
Thanks. Your comment is awaiting approval by a moderator.
Do you already have an account? Log in and claim this comment.
Add New Comment
Trackbacks
(Trackback URL)